DAS TIER,
das den Menschen in seiner einsilbigen Art und seiner reichen Gefühlssprache geradewegs in die Traum- und Märchenwelt entführt, in der ohne Worte alles verstanden wird, provoziert Gefühl. Dabei teilt es keine Noten aus, vergibt keine Prädikate. Es betrachtet seinen Menschen nicht mit den abwägenden Blicken eines zukünftigen Partners. Im Gegensatz zu den Treulosen vermittelt es seinem Menschen das beruhigende Gefühl, unersetzlich, unaustauschbar, einzig zu sein. Durch das Tier wird jeder Mensch ein Geliebter, wird jeder Mensch ein Gott.
Hanna Rheinz "Eine tierische Liebe"